de Stentor 11-01-2010
Edith intim mit Franz und Hermano
Dienstag, 12. Januar 2010
Elisabeth war eine Frau mit Herz und Bauch, sagte Edith Leerkes. Elisabeth war ihre Mutter. Tochter Edith erklärt ihre Liebe zu der schönen Frau mit dunklen Augen mit Musik.
Stehen mit leicht angewinkelten Knien, spielt sie für ihre Mutter, rauh und gefühlvoll zugleich. Als ob sie sofort den Firnis von der klassischen Musik nehmen will. Damit ist die Gitarristin der ideale Gast der ersten Folge von Concertcafé in Zwolle.
Edith Leerkes gehört zur Spitze der niederländischen Gitarrengesellschaften und begleitet nun schon fast fünfzehn Jahre Herman van Veen. So wie sie auf ihrer ersten Solo-CD ihre Mutter mit einer Komposition verewigt, so ist das Eröffnungslied für Herman: Hermano.
Frei nach Margaretha Vasalis findet sie Worte für ihre Beziehung mit dem Sänger.
Und jawohl, das ovale O des Meisters klingt auch bei ihr durch, wenn sie spricht und wenn sie spielt.
Sie lässt uns einen Ausschnitt aus dem letzten Streichquintett von Franz Schubert hören. Im Hintergrund das gezeichnete Portrait des Komponisten. Frappierend, wie sein Blick zusammenfällt mit der Sängerin. Und als der Ton des Streichquintetts von beinahe donnernd zu flüsternd geht, ist es nicht schwer zu verstehen, warum Herman van Veen so nach Schubert sucht.
Faszinierende Frau, diese Edith Leerkes. Durch die ungezwungene Kombination von Musik und Gespräch entsteht eine Nähe in diesem Concercafé. Man sieht, dass sie gelebt hat, man hört sie erzählen über die Reise, die sie macht, wird berührt von ihrem Spiel, das genauso wild wie intim sein kann. So zart wie sie bisweilen begleitet, erwartet man eine ausgeprägt weibliche Gitarristin, aber Leerkes kann auch sehr männlich spielen. Und an Tiefe mangelt es nicht.
Man hört ‚Sommer im August’, ein Gedicht, das im Jahre 1942 von der jungen Selma Meerbaum-Eisinger in einem deutschen Arbeitslager geschrieben wurde. Dieses jüdische Mädchen kam in dem Lager um, aber es hinterließ einen Schatz an Gedichten.
Edith Leerkes hat die tragische Geschichte selbst ist nicht nötig.
So eindringlich und zugleich subtil überträgt sie die Sehnsüchte einer jungen Frau.
Da wird man still von.
Etüde Feminine
Neulich erschienen
Selbstportrait von Edith Leerkes
Edith Leerkes, bekannt als Begleiterin von Herman van Veen, ist auch als Sologitarristin aktiv.
Auf der CD "Etude feminine", ihrem Erstlingswerk als Solistin, spielt sie eigene Kompositionen, die durch ihren persönlichen, warmen, leidenschaftlichen Ton auffallen.
Hans Visser
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Die Gitarristin Edith Leerkes besitzt einen angenehmen, eigenwilligen und warmen Stil. Das macht sie zur idealen Begleiterin für Herman van Veen. Ihre Zusammenarbeit dauert somit auch schon rund fünfzehn Jahre. Ohne aufdringlich zu sein, ist ihr Beitrag häufig entscheidend für die musikalische Farbe seiner Vorstellungen.
Der Klang ihres Spieles scheint vollkommen mit der theatralen Poesie des großen Künstlers verflochten zu sein.
Ihr Einbringen ist so faszinierend, dass die Frage entsteht, was passiert, wenn sie das Reich für sich alleine hat.
Die Antwort lautet: Viel.
Dies wird auf ihrem ersten Album "Etude feminine" ersichtlich, einer CD mit lauter eigenen Kompositionen, Stück für Stück einem Lieben gewidmet: Tochter, Sohn, Mann, Mutter, Freundin. Nur hier und da untermalen Streicher die musikalische Atmosphäre und manchmal scheint die Violine von Herman van Veen 'mitzusingen'. Wie bei "Selma", einem fantasievollem Stück musikalischer Dichtkunst.
Das Album lässt eine Frau hören, welche die Gitarre wie ein großes Orchester erklingen lassen kann, um gleich danach zu flüstern, als ob da eine Liebeserklärung aus den Saiten schwingt. So wie in der Nummer "BB", einer Komposition, in der sie die Kunst des Weglassens vollbringt. Sie legt es in eine Atmosphäre von erstaunlicher Melancholie, erstellt mit einem Minimum an Noten.
Das Album hat etwas von einen Selbstportrait, einer Momentaufnahme. Wie in einem Gemälde ist in ihren Stücken zu hören, was das Leben und die Musik ihr gebracht haben. Es ist das Portrait einer Frau, die als Kind singen wollte, sich aber bald schnell in die Gitarre verliebte. Eine Leidenschaft, die sich in Liebe verwandelte und die sich noch stets entwickelt.
Sie studierte am Konservatorium in Twente und danach in Spanien, was in dem Stück "Elisabeth" durchklingt. Jahrelang war sie Mitglied des "Amsterdams gitaartrio", mit dem sie klassische Platten von Bach bis Prokofjew veröffentlichte. Sie spielten in Sälen wie dem Concertgebouw und in der Carnegie Hall.
Aber Dank einer zufälligen Begegnung mit Herman van Veen entdeckte sie künstlerische Welten, die neu für sie waren. Sie integrierte mit hörbarem Vergnügen hinein. Selbst Schubert gibt sie mit van Veen eine neue Bedeutung.
Das musikalische Theater, in dem allerlei Einflüsse aus allen Windrichtungen willkommen sind, hat zur Folge, das sie das Musikmachen nun viel weniger abstrakt findet. Sie arbeite zum Beispiel mit Saitenvirtuosen vom Rosenberg Trio. Anfänglich fragte sie sich, was soll ich dabei? Letztendlich machte sie sich bei ihnen den Django Reinhard-artigen Gipsy-Stil zu eigen, der auch auf ihrer Solo CD durchdringt.
Sie spricht auf "Etude feminine" eine als Improvisation vermutende aber doch wohlüberlegte persönliche, musikalische Sprache, worin sie mit behutsam ausgewählten Worten Geschichten erzählt. Zum Beispiel "Niños", mit einem beinahe schwebenden Gewebe aus Noten. Die Partituren stehen auf einer stehen auf einer beigefügten CD-Rom. Ihr Spiel steht jedenfalls
De partituren staan op een bijgevoegde cd-rom. Ihr Spiel steht jedenfalls nicht für sich allein, es verlangt danach, mitgespielt zu werden.
Die Presse über Edith Leerkes:
Limburgs Dagblad 2005
......die Gitarre ist in den hervorragenden Händen von Edith Leerkes.
De Standaard 2005
.........Das Gitarrenspiel von Edith Leerkes ist die warme Tragfläche.
De Volkskrant 2004
Die Aufführungen sind ohne Ausnahme großartig, mein persönliches Highlight ist Edith Leerkes' außergewöhnlich schöne Interpretation des teuflisch schweren Gitarrenstücks “Changes”. Bei dem amerikanischen Gitarristen David Starobin, für den Carter das Werk 1983 schrieb, war Changes nie mehr als eine knochentrockene Buchhalteretüde. Bei Leerkes ist es pure Poesie.
De Volkskrant 2003
Die Atmosphäre wurde durch sie noch lyrischer.
In dieser neuen Show ergreift sie die Initiative, ohne
dass die anderen Musiker in eine Ecke gedrängt werden.
Hamburger Abendblatt 2002
Edith Leerkes gab für die Zusammenarbeit mit Herman van Veen eine vielversprechende Karriere als Sologitarristin auf, die sie in die Konzertsäle der ganzen Welt geführt hatte. Ihr Gitarrenspiel adelt das Programm des Abends auf besondere Weise.
Frankfurter Allgemeine 2001
…… So tanzt die Gitarristin Edith Leerkes barfuß mit ihrem Instrument über die Bühne.
Los Angeles Times 1990
……..they broke all the rules, and got away with it.
Leids Dagblad 1988
Sie spielte mit Charakter und Temperament die Tarantella von Castelnuovo Tedesco,
subtil die Sonate von Torroba und mit schönen Verzierungen den Tango von Albeniz.
Tubantia 1982
Scheinbar mühelos, selbst in den virtuosesten Passagen.
Der samtene Ton, die Affinität zum subtilen Charakter des Instruments,
es ist schwer zu sagen, was man am meisten bewundern sollte.